Geheimtipp: Bojack Horseman

Das Konzept von Bojack Horseman könnte absonderlicher kaum klingen. Eine Zeichentrickserie für Erwchsene, die in einer von Menschen und anthropomorphisierten Tieren bevölkerten Welt spielt, in dessen Mittelpunkt Bojack Horseman, die titelgebende Hauptfigur steht. Bojack Horseman (Wie der Name schon andeutet seines Zeichens ein Pferd) war in den 90ern Star einer langlebigen Comedy Serie, in der er als alleinerziehender Vater drei Kinder großzog. Doch nach dem Ende der Serie konnte er nie wieder an alte Erfolge anschließen, driftet seitdem durchs Leben, erlebt schrille Abenteuer mit seinem Untermieter Todd und führt eine Affäre mit seiner lanjährigen Agentin Princess Carolyne (Eine Katze). Sein Leben wird durcheinander gewürfelt, als er eine Ghostwriterin engagiert, um seine Biographie zu verfassen, was ihn dazu zwingt, sich mit einer Vergangenheit auseinanderzusetzen, die er einerseits nie loslassen konnte, mit der er sich anderseits abe rauch nicht auseinandersetzen will.

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Star Trek Beyond – Filmkritik

In meinem kritischen Rückblick auf die bisherigen „neuen“ Star Trek Filme von J.J. Abrams  habe ich versucht, die Probleme, die ich mit Star Trek (2009) und Star Trek Into Darkness habe, in einzelne Punkte zu gliedern. Insofern macht es nur Sinn den jüngsten Eintrag in diesem Franchise, dieses Mal mit Justin Lin als Regisseur, unter diesen Gesichtspunkten zu beleuchten.

Hat Star Trek Beyond die Fehler der Vogänger also korrigieren können oder hat er die altbekannte Blockbuster-Formel der beiden einfach übernommen?

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‚Star Trek‘ (2009) und ‚Star Trek Into Darkness‘ (2013) – Ein kritischer Rückblick

Warnung: Diese Rezension enthält Spoiler für alle bisher erschienen Star Trek Filme.

Eigentlich sollte an dieser Stelle die Rezension des neuesten Star Trek Films, Star Trek Beyond, zu finden sein. Da es sich bei Beyond jedoch um den dritten Teil einer aufeinander aufbauenden Filmreihe handelt, fand ich es unerlässlich, zunächst auf die beiden Vorgängerfilme einzugehen und die Dinge, die diese richtig bzw. falsch gemacht haben. Dieser Aspekt der Rezension artete dabei sosehr aus, dass die eigentliche Filmkritik nun später folgen wird. Stattdessen wollen wir an dieser Stelle die Filme Star Trek (2009) und Star Trek Into Darkness (2013) etwas näher unter die Lupe nehmen, um auf diese Weise zu beleuchten, auf welchem Fundament Star Trek Beyond aufbauen musste.

Es war sicher keine leichte Aufgabe, als sich J.J. Abrams und seine Kollegen Alec Kurtzman, Robert Orci und Damon Lindelof vor einigen Jahren daranmachten, Star Trek zurück auf die große Leinwand zu bringen. Die jüngste Serie Star Trek: Enterprise war 2005 aufgrund miserabler Quoten abgesetzt worden und auch der letzte Kinofilm, Star Trek: Nemesis, der ein letztes Mal die Darstellerriege aus Star Trek: The Next Generation vereinte, war bei Kinobesuchern und Kritikern gleichermaßen durchgefallen. Star Trek schien in seiner damaligen Form nicht länger dazu in der Lage, sein  Publikum anzusprechen.

Da hatte diverse Ursachen. ‚Star Trek‘ (2009) und ‚Star Trek Into Darkness‘ (2013) – Ein kritischer Rückblick weiterlesen

Aktuell: Erste Infos zu Star Trek – Discovery

In den vergangenen Wochen häuften sich die Informationen zur neuen Star Trek Serie, die im Januar auf CBS Premiere feiern wird, um anschließend (zumindest in den USA*) im Wochentakt auf der neuen Streaming Plattform CBS All Access veröffentlicht zu werden.  Ein knappes halbes Jahr vor der Premiere daher ein guter Zeitpunkt, eine erste Bilanz zu ziehen.

*In Deutschland wird die Serie zumindest vorerst auf Netflix zu finden sein.

Zunächst einmal ist endlich der Titel bekannt gegeben worden. Die Serie wird Star Trek: Discovery heißen. Ein vielversprechendes Zeichen, stand Star Trek in seiner Ur-Form doch immer für die friedliche Erforschung des Weltraums, ein Aspekt, der in den neuen Kinofilmen unter J.J. Abrams zugunsten von massentauglichem Actionkino praktisch verschwunden ist. Aktuell: Erste Infos zu Star Trek – Discovery weiterlesen

Game of Thrones 6×05: The Door (Das Tor) – Rezension

Warnung: Diese Rezension enthält Spoiler zur Episode.

Hodor.

Welch unterschiedliche Bedeutung, wie viel unterschiedliche Emotionen in diesem einfachen Wort mitschwingen können, hat der Zuschauer von Game of Thrones im Laufe der letzten fünfeinhalb Staffeln immer wieder erlebt. Doch „Hodor“ war mehr als nur ein liebenswerter Nebencharakter, sein Ausruf war ein Insider der Fans. In den Kommentaren von Fanseiten wie „Watchers on the Wall“ konnte man sich darauf verlassen, dass der erste Kommentar eines jeden Artikels aus einem „Hodor“ bestand. Und dennoch wusste niemand um die tragischen Hintergründe des Wortes.

Bis jetzt. Game of Thrones 6×05: The Door (Das Tor) – Rezension weiterlesen

Game of Thrones 6×04: Book of the Stranger (Das Buch des Fremden) – Rezension

Warnung: Diese Rezension enthält Spoiler zur Episode.

Und schon ist die Einführungsphase der Staffel vorüber.

Mit der feurigen Schlussszene reiht sich „Book of the Stranger“ nahtlos in die Tradition vorheriger Game of Thrones Staffeln ein. Schon häufiger war die vierte Episode einer Staffel diejenige, in der einzelne Handlungsstränge erste fulminante Höhepunkte erlebten. Danys Befreiung aus der Gewalt der Khals und ihre Übernahme der Dothraki weiß dabei gleich aus mehreren Gründen zu gefallen. Game of Thrones 6×04: Book of the Stranger (Das Buch des Fremden) – Rezension weiterlesen

Game of Thrones 6×03: Oathbreaker (Eidbrecher) – Rezension

Warnung: Diese Rezension enthält Spoiler zur Episode.

Wohl keine andere Serie legt einen so hohen Stellenwert auf die Vergangenheit ihrer Charaktere und der Welt, in der die Serie spielt, wie Game of Thrones. Robb Stark musste am Ende von Staffel 3 sterben, weil er einen Eid gebrochen hatte, den er in Staffel 1 gegeben hatte. Daenerys befindet sich nur deswegen im Exil auf Essos, weil ihre Familie lange vor Handlungsbeginn der Serie gewaltsam entmachtet wurde. Und schon seit der allerersten Folge liegt der Schatten der Vergangenheit über allen gegenwärtigen Ereignissen, manifestiert durch die häufige Erwähnung von Figuren, die der Zuschauer – wenn überhaupt – nur wenige Sekunden zu Gesicht bekommen hat (Jon Arryn, Rhaegar Targaryen, Lyanna Stark). In der Welt von Game of Thrones hat jede Handlung Konsequenzen, und eine einzige unbedachte Tat kann mit der Zeit dieselbe Wirkung entfalten wie ein kleiner Stein, der in den Bergen eine Lawine lostritt. Game of Thrones 6×03: Oathbreaker (Eidbrecher) – Rezension weiterlesen

Game of Thrones 6×02: Home (Zuhause) – Rezension

Warnung: Diese Rezension enthält Spoiler zur Episode.

Besonders in den ersten Staffeln war Game of Thrones eine Serie, deren Reiz zu einem guten Teil von ihren großen Überraschungsmomenten herrührte. Die Hinrichtung Ned Starks, die „Red Wedding“, der Tod Oberyn Martells – das waren Ereignisse, die einen als Zuschauer fassungslos zurückließen. Auf die ihr eigene subversive Art führte Game of Thrones die Erwartungen der Zuschauer genauso ad absurdum wie die Konventionen des Fantasy-Genres. In dieser Konterthese zum Etablierten lag oftmals das eigentlich geniale der Handlungswendungen. Aus Sicht der Story waren die meisten dieser Schockmomente geradezu unausweichlich. Weil der Zuschauer aber durch die Kost anderer Fantasy-Literatur, -Filme und -Serien einen bestimmten Handlungsausgang erwartete, kamen diese Momente dennoch völlig überraschend.

Natürlich kann man von einer Serie, die sich in der 6. Staffel befindet, kaum erwarten, dass sich ihre Wendungen und Überraschungsmomente noch immer so unverbraucht anfühlen wie in früheren Staffeln. Selbst bei einer Serie, deren Status Quo sich so oft verschiebt wie im Falle von Game of Thrones, schleichen sich mit der Zeit gewisse Muster ein, die den Zuschauern nicht entgehen werden. Dennoch ist auffällig, wie vorhersehbar die „unerwarteten Wendungen“ der zweiten Episode von Staffel 6 insgesamt wirken. Game of Thrones 6×02: Home (Zuhause) – Rezension weiterlesen

Game of Thrones 6×01: The Red Woman (Die rote Frau) – Rezension

Warnung: Diese Rezension enthält Spoiler zur Episode.

Die Auftakte so ziemlich aller „Game of Thrones“ Staffeln haben eines gemeinsam: Sie zählen nicht zu den stärksten Episoden der Serie. Das liegt zum einen an der Natur der Serie. In einer jeden Staffel bauen sich die verschiedenen Handlungsstränge langsam auf, um zum Ende der Staffel (in aller Regel etwa zur 9. Episode) ihren fulminanten Höhepunkt zu erfahren. Da auf Berge nun einmal immer Täler folgen, ist es nur verständlich, dass die frühen Episoden einer Staffel nicht den Spannungsbogen halten können,  der zum Ende der vorangegangenen Staffel vorgeherrscht hat. Stattdessen behandeln sie die Neuorientierung der Figuren, die sich an ihre veränderten Lebensumstände anpassen müssen.

In gewisser Weise legen die frühen Folgen das Fundament der Staffel, während die späteren Episoden dann die Erfolge dieses Aufbaus ernten (und natürlich Spaß dabei haben, das einzureißen, was errichtet wurde).

Hinzu kommt, dass jeder Staffelauftakt eine weitere undankbare Aufgabe hat: Den Zuschauer nach Monaten ohne neue Folgen wieder in den Kosmos der Serie einzuführen. Nicht nur muss er ihn erneut mit den Figuren vertraut machen, sondern idealerweise auch kurz illustrieren, wo diese gerade stehen (sowohl physisch in der Welt der Serie, als auch auf charakterlicher Ebene). Für große Figuren- oder Handlungsentwicklungen bleibt da kaum Zeit.

Zu großen Teilen folgt auch der Auftakt von Staffel 6 diesem Muster. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang einen kleinen, aber feinen Unterschied: Anders als in den Staffeln 1 bis 4 endeten fast alle Handlungsbögen von Staffel 5 mit einem Cliffhangar: Der Sprung Sansas und Theons von den Mauern Winterfells, der Mord an Myrcella durch Ellaria Sand, Aryas Erblinden, Daenerys‘ Entführung durch die Dothraki und nicht zuletzt natürlich Jon Snows Julius Caesar Moment. Dies hat zur Folge, dass zumindest in einigen Handlungssträngen deutlich mehr geschieht als für einen Staffelauftakt üblich. Zumindest in einem Fall aber geht die aus dem offenen Ende der Vorgängerfolge resultierende Actionlastigkeit leider zu Lasten der Figuren. Game of Thrones 6×01: The Red Woman (Die rote Frau) – Rezension weiterlesen

Zoomania – Filmkritik

Das Konzept von Zoomania scheint denkbar einfach, birgt aber ungeheures Potenzial: In einer Welt voll intelligenter Tiere, in der es die Menschheit nicht gibt, hat die Tierwelt eine eigene Zivilisation errichtet, in der Raubtiere nicht länger Jagd auf Beutetiere machen. Stattdessen leben Fleisch- und Pflanzenfresser friedlich zusammen. Dies kulminiert in der gigantischen Metropole Zoomania*, in der Tiere aus allen geographischen Regionen der Erde in Harmonie beieinander wohnen, unabhängig von Größe oder Spezies.

*= Der englische Titel „Zootopia“ ist in diesem Falle weitaus zutreffender als der deutsche, handelt es sich dabei doch um ein Wortspiel aus den englischen Worten „zoo“ und „utopia“. Denn tatsächlich ist Zoomania/Zootopia nichts anderes als eine wahrgewordene Utopie (und wie bei allen Utopien trügt auch hier der Schein der perfekten Welt). Vermutlich dachten die Verantwortlichen, dass sich „Zoomania“ in Deutschland besser verkaufen würde. Tatsache aber ist, dass der deutsche Titel eine dümmliche und unnötige Veränderung des Originaltitels darstellt, der die Intelligenz der Kinozuschauer unterschätzt.

Im Mittelpunkt des Films steht die Häsin Judy Hopps, die sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, als erster Hase die Polizeiakademie abzuschließen, um als Polizistin in Zoomania zu arbeiten. Doch obgleich die einfache Farmerstochter die Akademie als Jahrgangsbeste abschließt, muss sie schon bald feststellen, dass es einen großen Unterschied zwischen der Gleichstellung aller Tiere auf dem Papier und der Gleichstellung in der Realität gibt. Während sie von ihren Vorgesetzten dazu verdonnert wird, als Politesse Strafzettel zu verteilen, macht sie die Bekanntschaft mit dem cleveren Fuchs Nick Wilde, der seinen Lebensunterhalt als raffinierter Betrüger verdient. Schon bald werden die beiden ungleichen Tiere zu Partnern wider Willen, als immer mehr Fleischfresser auf geheimnisvolle Weise aus Zoomania verschwinden. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem nicht nur Judy Hopps‘ Karriere auf dem Spiel steht, sondern alle zivilisatorischen Errungenschaften Zoomanias. Zoomania – Filmkritik weiterlesen

Ein Blog für alle Fans von Filmen und Serien